Banken leihen Geld nicht dem besten Produkt, sondern dem glaubwürdigsten Plan. Wer mit geordneten Zahlen ins Gespräch geht, redet über Konditionen. Wer ohne Unterlagen kommt, redet über Sicherheiten.
Die Checkliste
- Aktuelle BWA (betriebswirtschaftliche Auswertung) aus der Buchhaltung, dazu die Summen- und Saldenliste, falls die Bank danach fragt
- Letzter Jahresabschluss oder Einnahmenüberschussrechnung und der letzte Steuerbescheid
- Liquiditätsplanung für zwölf Monate – das wichtigste Dokument im ganzen Gespräch
- Auftragslage: unterschriebene Aufträge und offene Angebote mit Wahrscheinlichkeiten
- Kurze Notiz, was sich seit dem letzten Termin verändert hat: neue Kunden, verlorene Kunden, Investitionen
Warum die Liquiditätsplanung so wichtig ist
BWA und Jahresabschluss zeigen die Vergangenheit. Die Bank will aber wissen, ob du einen Kredit in Zukunft bedienen kannst. Eine Liquiditätsplanung beantwortet genau das: Wann kommt Geld herein, wann geht es hinaus, und wo wird es eng? Wenn du den knappen Monat selbst benennst, bevor die Bank ihn findet, gewinnst du Vertrauen.
Zeig die Pipeline dabei gewichtet, also offene Angebote mal Wahrscheinlichkeit. Das wirkt nüchterner als eine Liste voller Hoffnungen und ist genau das, was eine Bank sehen will. Mehr dazu im Artikel Pipeline mit Wahrscheinlichkeiten.
Fragen, auf die du eine Antwort haben solltest
- Wofür brauchst du das Geld, und was passiert, wenn du es nicht bekommst?
- Wie hängt dein Umsatz von einzelnen Kunden ab?
- Was tust du, wenn der größte Auftrag wegfällt?
- Wie hoch ist deine Steuer-Rücklage, und ist sie vollständig?
Eine Seite statt eines Ordners
Fasse die wichtigsten Kennzahlen auf einer Seite zusammen: Kontostand, Reichweite in Monaten, gewichtete Pipeline, Steuer-Rücklage, geplante Investitionen. Die Unterlagen hast du dabei, aber das Gespräch führst du anhand dieser einen Seite.
Meine Liquiditätsplanung für Selbstständige hat dafür ein eigenes Blatt „Bank-Übersicht“, das sich aus deinen Eingaben selbst füllt und sich als PDF speichern lässt.
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