Wer Projekte zusagt, rechnet im Kopf oft mit einem vollen Monat. Der Kalender zeigt 30 Tage, also passt das große Projekt doch noch neben die beiden kleinen. Drei Wochen später arbeitest du jedes Wochenende.
Von 30 auf 20 Tage
Ein Monat hat im Schnitt rund 21 Arbeitstage, nach Feiertagen eher 20. Das ist die Obergrenze, mit der du planen solltest, nicht die 30 Tage im Kalender.
Von 20 auf die abrechenbaren Tage
Auch von den 20 Arbeitstagen kannst du nicht alle einem Kunden in Rechnung stellen. Davon gehen ab:
- Urlaub: bei 30 Tagen im Jahr durchschnittlich 2,5 Tage pro Monat
- Krankheit: realistisch 1 Tag pro Monat
- Akquise: Angebote, Gespräche, Netzwerk
- Verwaltung: Rechnungen, Buchhaltung, E-Mails, Organisation
- Weiterbildung
Am Ende bleiben bei vielen Selbstständigen 10 bis 12 abrechenbare Tage im Monat. Das ist kein Zeichen von Faulheit, sondern der normale Preis dafür, ein eigenes Geschäft zu führen.
So erkennst du Überbuchung früh
- Schreib für jeden Auftrag die geschätzten Tage auf, nicht nur den Betrag.
- Verteile die Tage auf die Monate, in denen du arbeitest.
- Vergleiche pro Monat mit deiner Kapazität, etwa 12 Tage. Alles darüber ist Überbuchung, auch wenn der Kalender noch Luft zeigt.
Die Liste ist in zehn Minuten angelegt und bewahrt dich vor Zusagen, die du nur mit Nachtschichten halten kannst.
Was das für deinen Preis bedeutet
Wenn du nur 10 bis 12 Tage im Monat abrechnen kannst, müssen diese Tage alle anderen mitbezahlen. Genau deshalb liegt ein vernünftiger Tagessatz deutlich über dem, was ein Angestellter pro Tag verdient. Wie du ihn berechnest, steht im Artikel Tagessatz berechnen.
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