KI-Adventskalender – Tag 20 von 24: Die eine Frage, die sich in jeder KI-Runde stellt – nur kaum jemand laut ausspricht
In fast jeder Runde mit Geschäftsführer:innen taucht dieselbe leise Frage auf: „Wie viel muss ich davon eigentlich selbst verstehen, um verantwortungsvoll entscheiden zu können – ohne zum Techie zu werden?“; sobald man sie offen adressiert, wird vieles entspannter und klarer.
Inhalt
In fast jeder Gruppe mit Geschäftsführer:innen passiert irgendwann dasselbe:
- Jemand lehnt sich zurück,
- schaut kurz nach unten,
- und sagt dann:
„Mal ehrlich: Wie viel von diesem KI-Thema muss ich eigentlich wirklich selbst verstehen?“
Diese Frage ist zentral – und gleichzeitig erstaunlich selten offen adressiert.
Was hinter dieser Frage steckt
Dahinter steckt oft:
- die Sorge, „zu wenig zu wissen“,
- die Angst, von Expert:innen oder dem eigenen Team überholt zu werden,
- das Unbehagen, Entscheidungen zu treffen, deren technische Tiefe man nicht durchdringt.
Gerade Eigentümer:innen und Geschäftsführer:innen wollen:
- nicht naiv wirken,
- aber auch nicht die nächsten Jahre nur noch Fachartikel lesen.
Wie viel Verständnis braucht es wirklich?
Aus meiner Sicht brauchen Sie als Entscheider:in bei KI drei Ebenen von Verständnis:
- Prinzipien:
Ein grobes Bild, wie KI-Modelle funktionieren, welche Arten es gibt (Text, Bild, Code etc.) und wo ihre Grenzen liegen. - Geschäftliche Hebel:
Ein Verständnis dafür, in welchen Arten von Aufgaben KI typischerweise Nutzen bringt (Texte, Strukturierung, Mustererkennung) – und wo nicht. - Risiko- und Rahmenfragen:
Datensensibilität, Vertraulichkeit, Qualitätssicherung, Verantwortlichkeit.
Was Sie nicht brauchen:
- tiefe technische Kenntnisse der Modellarchitekturen,
- die Fähigkeit, Modelle selbst zu trainieren,
- jeden neuen Toolnamen zu kennen.
Warum es hilft, darüber in der Gruppe zu sprechen
Wenn mehrere Geschäftsführer:innen offen sagen:
- „Ich habe an manchen Stellen schlicht keine Lust, mich in technische Details einzugraben“,
- „Ich will eine solide Basis, aber kein Hobby daraus machen“,
dann entsteht Raum für eine realistische Rollenklärung:
- Wo brauche ich selbst mehr Einblick?
- Wo reicht mir eine klare, verständliche Einordnung von jemand anderem?
- Welche Fragen sind meine – und welche sind Sache der IT oder Fachbereiche?
Genau diese Gespräche führe ich in Gruppen-Sessions immer wieder.
Was Sie aus einer Gruppen-Session dazu mitnehmen können
In der KI-Gruppen-Session für Entscheider:innen ist es völlig in Ordnung, Fragen zu stellen wie:
- „Was ist an ChatGPT & Co. Substanz – und was ist nur Marketing?“
- „Wie tief muss ich in Datenschutzthemen einsteigen?“
- „Welche 3–5 Fragen sollte ich bei jedem KI-Vorschlag im Unternehmen stellen?“
Ziel ist nicht, dass Sie danach alles wissen.
Ziel ist, dass Sie wissen, was Sie WISSEN müssen – und was nicht.
Wenn Sie diese Frage nicht länger mit sich allein ausmachen wollen
Wenn Sie diese Unsicherheit teilen, sind Sie nicht allein – sie ist normal.
Wenn Sie das in einer kleinen, ehrlichen Runde mit anderen Entscheider:innen sortieren wollen: