Frohe Weihnachten und ein gutes Ankommen im Jahr 2026
Liebe Geschäftspartner und Geschäftsfreunde,
wir nähern uns Weihnachten und das Jahr neigt sich dem Ende zu.
Auch ich nehme mir jedes Jahr die Tage um Weihnachten und Neujahr, um zu reflektieren und davon ausgehend den Blick wieder der Zukunft zuzuwenden. Ohne Bewegung und Veränderung bleibt schließlich alles beim Alten – und genau darüber möchte ich heute mit Ihnen nachdenken.
Meine Schlüsselerkenntnis aus 2025
2025 hat mir eines unmissverständlich vor Augen geführt: Wir können die Zukunft nicht mit den Werkzeugen der Vergangenheit gestalten.
War es schon länger spürbar, so wurde es dieses Jahr umso präsenter: Wir befinden uns in einer Phase der Spaltung – geografisch, wirtschaftlich und vor allem gesellschaftlich. Ungleichheit ist unmittelbar spürbar geworden, und polarisierende Narrative bestimmen die Medienlandschaft.
Das Interessante dabei: Diese Spaltung bereitet Vertretern nahezu jeglicher politischen Denkhaltung Kopfzerbrechen. Doch vorherrschend sind vor allem Lösungsansätze, die rückwärtsgewandt oder bestenfalls „bewahrend" sind:
- „Wir müssen wieder mehr arbeiten"
- „Menschen müssen wieder froh sein, Arbeit zu haben"
- „Wir müssen Steuern senken, um wettbewerbsfähig zu bleiben"
Ich verstehe, wie man zu diesen Überzeugungen kommen kann. Doch sie basieren auf einer Denkhaltung, die einer genaueren Betrachtung nicht standhält.
Zwei unterschiedliche Weltbilder
Die vorherrschende Logik lautet:
Die Wirtschaft schafft Wohlstand, der dann über Arbeit und Konsum beim Bürger ankommt. Der Staat soll die Wirtschaft möglichst wenig behindern – der berühmte „Trickle-Down"-Effekt.
Meine Überzeugung ist eine andere:
- Menschen organisieren sich in Gesellschaften, um Überleben und Fortbestand zu sichern.
- Wirtschaften ist ein Mittel dieser Organisation – nicht ihr Zweck.
- Wirtschaftssubjekte ziehen ihre Existenzberechtigung daraus, wie dienlich sie der Gesellschaft sind.
- Die Wirtschaft ist das Herz-Kreislauf-System – aber nicht der Körper selbst.
Daraus folgt: Gesellschaftliche Belange definieren die Organisation, nicht umgekehrt. Die Wirtschaft dient der Gesellschaft, nicht die Gesellschaft der Wirtschaft.
Warum Rückwärtsdenken scheitern muss
Legen wir diesen Rahmen an, wird klar: Wir müssen einen fundamental anderen Weg einschlagen als den der letzten 50 Jahre. Jede Form des Festhaltens an „Althergebrachtem" kann kein Lösungsansatz sein.
Die großen Denker haben es vorweggenommen:
- „Probleme können nicht mit den Mitteln gelöst werden, durch die sie entstanden sind."
- „Mehr desselben hilft nicht." (Paul Watzlawick)
- „Wahnsinn ist, immer das Gleiche zu tun, aber andere Ergebnisse zu erwarten." (Albert Einstein)
2025 war für mich der Beweis: Das Einzige, was sicher ist, ist die Veränderung. Alles, was sich ihr entgegenstellt, ist zum Scheitern verurteilt.
Was bedeutet Vorwärtsdenken konkret?
Lassen Sie mich zwei Beispiele geben, die zeigen, wo wir umdenken müssen:
1. Der China-Vergleich führt in die Irre
Oft wird auf China verwiesen, um härteres Arbeiten zu rechtfertigen. Doch China ist eine junge kapitalistische Volkswirtschaft mit totalitären Strukturen – sie durchläuft Entwicklungsphasen, die wir längst hinter uns haben.
Die Lösung kann nicht sein, dass wir uns zum Manchester-Kapitalismus zurückentwickeln. Wir müssen nach vorne denken, nicht zurück.
2. Die Bedeutung von Arbeit wird sich fundamental ändern
KI und Automatisierung – eigentlich nur die Fortsetzung dessen, was mit jeder technologischen Revolution geschah – führen uns vor Augen: Messgrößen wie „Beschäftigungsgrad" und „Arbeitslosenquote" haben ausgedient oder werden es bald.
Die entscheidende Frage ist nicht: Wie halten wir am alten Arbeitsbegriff fest?
Sondern: Wie organisieren wir eine Gesellschaft, in der menschliche "Arbeit" zunehmend optional wird? Welche neuen Formen von Teilhabe, Sinn und Wertschöpfung entstehen?
Das sind die Quellen der Lösungsansätze, die uns in Europa ein nachhaltiges Bestehen sichern werden.
Eine Einladung zum Dialog
Ich habe keine fertigen Antworten. Aber ich habe eine klare Überzeugung: Wir brauchen den Mut, grundsätzlich neu zu denken.
Deshalb möchte ich Sie einladen:
Lassen Sie uns 2026 gemeinsam erkunden:
- Was bedeutet „Wirtschaften" in einer Welt, in der Arbeit nicht mehr der zentrale Wertmaßstab ist?
- Wie gestalten wir eine Gesellschaft, die Zusammenhalt statt Spaltung fördert?
- Welche neuen Modelle können wir entwickeln, die nicht auf „mehr desselben" basieren?
Ich werde in meinem Blog weiter zu diesen Themen schreiben und freue mich auf den Austausch mit Ihnen – ob in persönlichen Gesprächen, in Kommentaren oder bei einer Tasse Kaffee.
Meine Wünsche für 2026
Für Sie, für mich, für uns alle wünsche ich mir:
- Den Mut zum Neudenken – ohne die Angst, Althergebrachtes loszulassen
- Die Klarheit der Prioritäten – Gesellschaft vor Wirtschaft, Menschen vor Systemen
- Den Fokus auf Verbindung – Gemeinschaft statt Spaltung, Dialog statt Monolog
In diesem Sinne: Danke für Ihre Partnerschaft, Ihr Vertrauen und die gemeinsamen Wege, die wir 2025 gegangen sind.
Ich wünsche Ihnen ein frohes Weihnachtsfest, erholsame Tage zwischen den Jahren und freue mich auf alles, was wir 2026 gemeinsam gestalten werden.
Herzlich,
Stefan Walcz